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Events / 15.05.2020

Rückblick Webinar „HOW TO NAVIGATE THROUGH AND SURVIVE AFTER RECESSION“

Es wird kein „back to normal“ geben

Die COVID-19 Pandemie hat starke Auswirkungen sowohl auf Unternehmen als auch Marken und jede Branche ist anders betroffen. Das Konsumverhalten hat sich verändert, Prioritäten werden gesetzt und somit durchschnittlich weniger ausgegeben. Auf rückläufigen Absatz reagieren viele Unternehmen mit einem rigiden Sparkurs, oft ist das Marketing- und Werbebudget als Erstes betroffen. Eine Entscheidung, die fatale Folgen haben könnte. Zum vierten internationalen IAA webInAAr konnte Jacek Olechowski (IAA Präsident Polen und CEO Mediacap) mehr als 100 Teilnehmer aus der ganzen Welt begrüßen. Er sprach mit David Buttle (Financial Times), Rishi Chande (Captify), Peter Field (International Consultant) und Kerrie Finch (Futurefactor) darüber, wie Marken ihr Geschäft während und nach der Krise am Laufen halten können.

Keiner kann abschätzen, wie lange wir mit dieser Krise oder ihren Auswirkungen leben müssen, aber eines ist gewiss: Nur den Mutigen gehört die Welt. Gerade jetzt gilt es Flagge zu zeigen, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, denn neben all den negativen Auswirkungen kristallisieren sich auch reele Chancen heraus – wer sie zu nützen weiß, kann sogar stärker werden als je zuvor. Auch wenn Vieles noch im Unklaren liegt: Ein „back to normal“ wird es nicht geben, die „neue Normalität“ ist nicht gekommen, um zu bleiben.

Neue Geschäftsmodelle gefragt

David Buttle: „Wir haben einen extrem schrumpfenden Markt, nicht alle werden diese Krise überleben, aber von denen, die es schaffen, diese schwierige Zeit zu überstehen, werden viele deutlich gestärkt hervorgehen. In erster Linie geht es jetzt einmal darüber sich „über Wasser“ zu halten. Für die Medien gilt es neue Modelle zu entwickeln, um unabhängiger zu sein. Bei der Financial Times sind die Digital-Abos deutlich gestiegen, aber ausgleichen können sie die Verluste durch die entgangene Werbung bei weitem nicht.“

Chancen nützen

“Unternehmen müssen die Nerven bewahren, wer jetzt sein Geld aus der Werbung und dem Marketing zieht, wird es – auf Dauer gesehen – bereuen. Die nächsten sechs Monate werden ausschlaggebend sein, wer kurzfristig denkt und die entstandene Lücke nicht füllt, erfährt langfristig einen Nachteil. Es spricht viel dafür jetzt zu investieren: Der ROI ist im Moment deutlich größer, Konkurrenten ziehen sich zurück, Media ist günstiger, es stehen Unternehmen – sofern sie liquide sind – alle Möglichkeiten offen. Ich sehe definitiv Licht am Ende des Tunnels, auch wenn wir ständig mit beängstigenden Zahlen bombardiert werden“, so Peter Field.

Pivot with Purpose

Dem stimmt auch Kerrie Finch zu: „Don’t go dark, go deeper! Jetzt ist die Zeit, um Marken zu schärfen, zu überlegen, was können wir tatsächlich anbieten, was ist unser USP, was unterscheidet uns von anderen? Welchen Impact haben wir auf den Wandel? Wie bleiben wir relevant, mutig und agil?  Das sind die Fragen, die sich Unternehmen und Marken stellen müssen –  auch, oder gerade jene Branchen, die die Krise besonders hart getroffen hat, wie z.B. den Tourismus. Kreativität ist nicht notwendigerweise teuer.“

Gewinner der Krise

Einige Branchen konnten die Krise bereits nutzen, neben den Telekommunikationsunternehmen, auch die Amazons dieser Welt oder lokale Lieferdienste. Rishi Chande: „Die Nachfrage nach Streamingdiensten ist stark gestiegen, hier gibt es definitiv Zuwächse und in Ermangelung von echtem Sport suchen die Menschen Alternativen und finden Sie im eSports oder auch in sportspezifischen Videospielen. Aus Marketingsicht wird Data-Driven Advertising eine noch größere Rolle spielen als in der Vergangenheit, jede Werbeausgabe wird genau überlegt werden.“

Am Prüfstand

 „Prove – improve – impact. Brands, die sich an diese drei Steps halten, liegen garantiert richtig. Marken sind derzeit in einer Art Treibsand gefangen und versuchen sich daraus zu befreien, um wieder in ruhigere Gewässer zu kommen – wie auch immer diese aussehen werden. Klar ist, dass viele Unternehmen jetzt von den Konsumenten genau beobachtet werden, wie sie sich während dieser Pandemie verhalten, was sie tatsächlich zum Gemeinwohl beitragen“; sagt Kerrie Finch.

Keep on going

Eine weitere interessante Entwicklung: Lokalität erlebt eine Renaissance und Globalisierung findet mehr On- als Offline statt. Neue Unternehmen und Geschäftsfelder entstehen, an die bis vor kurzem niemand auch nur einen Gedanken verschwendet hat. Agilität ist das Gebot der Stunde egal ob lokal, national oder international. Marken stehen am Prüfstand, der Überlebenskampf hat längst begonnen und gewinnen werden ihn die, denen es gelingt ihre Entschlossenheit auch in die Tat umzusetzen, denn: „A crisis is a terrible thing to waste“ (Paul Romer).

Die Teilnehmer des dritten IAA webInAArs:

Für mehr Informationen zu den Teilnehmern, klicken Sie bitte auf die unterlegten Links.

Das Seminar wurde aufgezeichnet. Hier können Sie das Video downloaden.